Der Schachclub Rheintal ging in der dritten Runde der Mannschaftsmeisterschaft gegen Flawil trotz Ersatzschwächung leicht favorisiert an die Bretter. Nach einem lange vielversprechenden Wettkampf mussten sich die Rheintaler jedoch knapp 2½:3½ geschlagen geben.
Andreas Kezics Fehlen machte sich bemerkbar, dennoch entwickelte sich die Partie zunächst ganz nach dem Geschmack der Gastgeber. Nach rund zwei Stunden Spielzeit standen mehrere Bretter aussichtsreich. Enrique Lorita und Pius Steiger hatten sich leichte materielle Vorteile erspielt, während Robert Sandholzer am Spitzenbrett mit den weissen Figuren grossen Druck auf seinen Gegner ausübte. Nur Teamleiter Fabian Jin geriet früh in Bedrängnis.
Den ersten Rheintaler Vollerfolg holte wenig später Enrique Lorita. Mit einem energischen Angriff zwang er seinen Gegner in eine hoffnungslose Verteidigung, die nur noch unter entscheidendem Materialverlust möglich gewesen wäre. Die Aufgabe liess nicht lange auf sich warten — Rheintal ging 1:0 in Führung.
Flawil antwortete prompt. Fabian Jin kämpfte lange gegen die drohende Niederlage, fand gegen das präzise Spiel seines Gegners aber kein dauerhaftes Gegenspiel. Der Wettkampf war wieder ausgeglichen.
An den hinteren Brettern versuchten Mario Semadeni und Pius Steiger, ihre leicht besseren Stellungen zu verdichten, doch beide Gegner verteidigten sich umsichtig. Zwei Remis hielten die Begegnung weiterhin völlig offen.
Die entscheidende Wende brachte die Partie von Urs Benninger am zweiten Brett. In aussichtsreicher Stellung wählte er einen aggressiven Bauernvorstoss, der sich als zu optimistisch erwies. Sein Gegner Jürgen Draxl, ein ehemaliger Rheintaler, übernahm die Initiative und verwertete die entstandenen Vorteile später souverän zum Sieg. Flawil lag damit erstmals in Führung.
So lastete der gesamte Druck auf Robert Sandholzer am Spitzenbrett. Er hatte inzwischen die Qualität gewonnen und verfügte im Endspiel über starke verbundene Freibauern. Lange deutete vieles auf den Rheintaler Ausgleich hin. Doch nach viereinhalb Stunden intensiver Spielzeit gelang es seinem Gegner, durch eine Zugswiederholung das Remis zu erzwingen und damit den knappen 3½:2½-Erfolg für Flawil zu sichern.
Gemessen an den Stärkeverhältnissen und dem zwischenzeitlichen Verlauf wäre für Rheintal mehr möglich gewesen. Die Flawiler nutzten ihre Chancen in den kritischen Momenten jedoch konsequenter und entführten am Ende beide Punkte.