Die ersatzgeschwächte Mannschaft des Schachclubs Rheintal musste in der 2. Liga ohne ihren Spitzenspieler Robert Sandholzer antreten. Gegen das an sämtlichen Brettern stärker besetzte Team aus Rapperswil-Jona zeigten die Rheintaler dennoch eine engagierte Leistung und hielten den Wettkampf lange Zeit offen.
Am ersten Brett traf Andreas Kezic mit den weissen Steinen auf den ehemaligen Schweizer Nationalspieler Peter Hammer. Kezic spielte konzentriert und erreichte eine vielversprechende Stellung mit leichtem Vorteil. Nachdem sich jedoch keine klaren Gewinnchancen ergaben, einigten sich die beiden Spieler auf Remis.
Auch Urs Benninger konnte am zweiten Brett den Angriff seines Gegners aus einer Königsgambit-Eröffnung erfolgreich neutralisieren. Nach einem umfangreichen Figurentausch stand der Rheintaler sogar etwas günstiger, entschied sich nach längerem Überlegen aber ebenfalls für die Annahme eines Remisangebots.
Wenig später steuerte auch Junior Pascal Buschor einen halben Punkt bei. Obwohl er einen Bauern weniger besass, verfügte er über genügend Aktivität, um seinem Gegner keine realistischen Gewinnchancen zu erlauben. Nach knapp drei Stunden Spielzeit lautete der Zwischenstand damit 1½:1½.
Die Entscheidung musste nun an den verbleibenden drei Brettern fallen. Pius Steiger hatte sich am fünften Brett eine ausgeglichene Stellung erarbeitet, verlor dann jedoch einen Turm gegen einen Springer. Die Stellung geriet dadurch aus dem Gleichgewicht und wenig später auch die Partie.
Zu diesem Zeitpunkt hielten sich Mario Semadeni und Enrique Lorita gegen ihre jeweils mehr als 300 Elo-Punkte stärker eingestuften Gegner überraschend gut. Beide Rheintaler hatten durchaus Chancen, weitere Mannschaftspunkte zu sichern. Doch in der Schlussphase schlichen sich entscheidende Fehler ein. Lorita verlor in einem Abtausch überraschend einen Springer, worauf seine Stellung rasch zusammenbrach. Kurz darauf musste auch Semadeni seine Hoffnungen begraben, nachdem er im Endspiel zwei Bauern eingebüsst hatte.
So fiel das Schlussresultat mit 1½:4½ deutlicher aus, als es der Wettkampfverlauf vermuten lässt. Während drei Stunden begegneten die Rheintaler dem Favoriten auf Augenhöhe. Erst einige unglückliche Fehler in der Schlussphase sorgten dafür, dass die Gäste aus der Rosenstadt beide Mannschaftspunkte mit nach Hause nehmen konnten.